Etappe 14 – Olympic Peninsula/Washington State



Seattle – Port Ludlow – Sequim – Port Angeles – Bogachiel – Kalaloch – Aberdeen – Raymond – Cape Disappointment – Astoria

28.September - 5. Oktober 2013

Weil die Fährenfahrt nach Seattle so schön war, verlassen wir Seattle auch wieder so. Dieses Mal nach Bainbridge Island. Es ist etwas regnerisch, deshalb suchen wir spontan eine Warmshowers-Unterkunft, was auch klappt. Wir werden von Whitney freundlich empfangen und auch gleich zum Abend- und auch Morgenessen eingeladen. Damit wir unterwegs nicht hungrig werden, gibt’s auch gleich noch ein paar Energieriegel zum einpacken. Das sei eben der Mutterinstinkt meint sie. Und wenns was zum Essen gibt, sagen wir sowieso nie nein :-)

Vorbei ist es mit dem schönen Wetter. Es regnet wie in Strömen, auf der Strasse herrscht viel Verkehr und gerade warm ist es auch nicht. In der erst besten Beiz versuchen wir uns ein bisschen aufzuwärmen. Zum Glück! Denn ein freundlicher alter Herr gibt uns noch den Tipp, dass es am 101 Highway entlang immer wieder Old Highways gibt und später dann sogar einen alten Eisenbahntrail, welcher nun als Fahrradweg dient. Endlich im Campingplatz in Sequim angekommen, versuchen wir unsere Schuhe und Kleider einigermassen trocken zu kriegen. Mit Hilfe des Handföhns im WC, wie denn sonst? ;-)
Die "Beiz" stellt sich als Dollar-Museum heraus
Der weitere Weg nach Port Angeles ist teilweise gar nicht so einfach. Der Weg ist wegen eines Sturms von Ästen übersät und es gab sogar noch einen Erdrutsch. Doch von dem lassen wir uns nicht unterkriegen! Tapfer tragen wir unsere vollbepackten Velos über jede Schlammlawine :-)
Nach dem Huckepack über die Schlammlawine (Adeline reinigt sich im Hintergrund die Füsse in einer Pfütze)
Damit wir in dieser Nacht wenigstens trocken bleiben, gönnen wir uns eine Nacht im Hostel in Port Angeles. Das Zimmer teilen wir uns noch mit einer anderen Frau. Diese scheint etwas paranoid zu sein, denn jedes Mal wenn sie in der Nacht aufsteht, nimmt sie ihren ganzen Plunder mit. Ihre Blase scheint ebenfalls nicht sehr widerstandsfähig zu sein. Das ganze wiederholt sie nämlich etwa fünf Mal. So viel zum erholsamen Schlaf. Schlaflose Nächte sind wir uns ja zum Glück schon gewohnt!

Um jetzt endlich unser Visumproblem zu lösen, fahren wir am Morgen zum Immigration Office in Port Angeles und erklären dem Beamten unsere Geschichte. Dieser ist sehr verständnisvoll und versucht uns zu helfen. Er könne aber das Visum leider nicht bis Ende Februar verlängern. Für das müsse sein Vorgesetzter da sein, dieser komme so gegen Mittag vorbei. Wir sollen doch erst Mal einen Kaffee trinken gehen. Was wir auch gleich machen. Nach ca. 2 h steht der Beamte plötzlich bei uns im Kaffee (Anmerkung: Das Kaffee war nicht gerade um die Ecke und er ist uns wohl in der ganzen Stadt suchen gekommen), er habe die Erlaubnis erhalten unser Visum bis Anfangs März zu verlängern. Nun gibt es doch noch ein Happy End für uns! Der Beamte heisst übrigens Helfer, was für ein Zufall :-)

Da sich unsere Weiterfahrt nun etwas verzögert hat und es immer noch regnet, beschliessen wir den Bus bis nach Forks zu nehmen. Und dort geht’s erst Mal zu Visitor Center, wie immer. Hier dreht sich alles um die Twilight Filme inkl. Lebensgrosser Pappfiguren der Darsteller. Ob wir denn noch die Schauplätze von den Filmen anschauen wollen. Jaja, klar, machen wir. Wir beschliessen dann doch direkt weiter zu fahren ;-) Nebenbei erwähnt sie noch, dass die Möglichkeit bestehe, dass der Hohforest Nationalpark nicht mehr offen sei, wegen des Government Shutdown. Shutdown? Wo, wie, was? Bis wir jemanden finden, welcher uns erklären kann, was dies genau bedeutet dauert es eine Weile… Zum Glück hat es nur indirekt Konsequenzen für uns. Also genauer gesagt, kann es einfach sein, dass Zeltplätze oder eben Nationalparks geschlossen sind.

Auf den ersten geschlossenen Zeltplatz treffen wir zwei Tage später. Da das Wetter immer noch nicht sehr toll ist, beschliessen wir gleich weiter zu einer Lodge zu fahren. Das immer noch sehr durchnässte Zelt stellen wir kurzerhand im Zimmer auf, genügend Platz haben wir auf jeden Fall!
Deluxe-Zelt-trocknen in der Lodge
Wieder trocken fahren wir weiter nach Amanda Park wo wir wegen des immer noch eher nassen Wetters beschliessen nochmals den Bus zu nehmen, welcher uns nach Aberdeen bringt. Die Busfahrerin führt uns gleich direkt vors Motel, in welchem wir übernachten wollen. Dass nenne ich Service! Die Fahrt kostete uns übrigens nur einen Dollar pro Person, nur nebenbei bemerkt :-)

Auf der weiteren Fahrt stellen wir fest, dass die Visitor Center immer noch offen sind und die State Parks inkl. der Campingplätze auch. Wir sind erst mal beruhigt und verbringen die Nächste Nacht wieder auf einem Zeltplatz, auf welchem wir zum ersten Mal auf die fiesen Waschbären treffen. Zum Glück gibt es immerhin eine Box in welcher wir unsere Nahrungsmittel sicher wegschliessen können. Angeblich lachen die Waschbären über geschlossene Ortliebtaschen, diese können sie problemlos öffnen und machen sich ein Festmahl aus deren Inhalt.

Der letzte Tag in Washington State führt uns über eine sehr sehr sehr lange Brücke (7 Meilen) direkt nach Astoria. Leider gibt es nur einen ganz schmalen Seitenstreifen, welcher mit toten Vögeln übersät ist. Wir stehen vor der Wahl, entweder nochmals drüber fahren oder auf die Strasse ausweichen. Ihr dürft euch selbst auswählen, was euch lieber ist ;-)
Die 7-Miles Bridge nach Astoria
Irgendwo zwischen drin haben wir übrigens noch unseren 5000sten abgeradelten Kilometer erreicht. Das heisst  unter anderem:

  • 104 Tage auf dem Rad
  • 125000 verbrauchte Kalorien
  • 200 Energieriegel welche wir verdrückt haben
  • 50 Mal Pasta gegessen (mindestens…)
  • Sicher auch gegen die 50 Donuts welche durch unsere Münder gewandert sind
  • 25 x dreckige Wäsche gewaschen
  • 4 x Reifen gewechselt (2 x innerhalb 10 Minuten…)
  • 20 x Stinkefinger gezeigt
  • Sandra einmal umgefallen (nicht beherrschen des Fahrzeugs), Adeline zwei Mal  (nicht beherrschen der Klickpedalen)
  • 250 Pinkelpausen, Fotostopps mindestens genauso viele!
  • 10 (!) Regentage
  • 5 gelesene Bücher
  • Und noch vieles mehr! :-)

Kommentare:

  1. Hallo Ihr zwei danke für die Karte ich lese euren blog mit vergnügen super was ihr erlebt.
    Wir kommen gerade von China zurück 2 Wochen sehr interessant aber anstrengend!
    Liebe Grüsse und weiterhin alles gute
    s ,Gotti

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  2. Hallo Ihr 2. Hat Spass gemacht mit Euch zu skypen. Wir sind nun mittlerweile in Hong Kong unsere Fahrräder leider noch nicht. Sollten eigentlich schon hier sein. Wenn sie nicht bis morgen mittag eintreffen müssen wir unseren Flug nach Hanoi verschieben, was nicht so toll wäre. Wünschen Euch einen tollen Aufenthalt in San Francisco und geniesst Eure "Veloferien". PS: Wie war Halloween? GLG Nadja und Päscu

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