Toronto – Kingston – Gananoque – Brockville – Montréal – Québec – Stoneham – Saguenay – Petite-Rivière-Saint-François - Montréal
An der kanadischen Grenze will der Officer von uns
eigentlich nur wissen, wie lange wir im Land bleiben wollen und was es sich mit
unserem Auto auf sich hat. Unser bereits erwähnter Camper ist nämlich bunt
angemalt und fällt wohl ziemlich auf… Durch den Grenzübergang kommen wir auf
jeden Fall ohne Problem. In Toronto angekommen, lassen wir unser Auto wieder
auf einem Walmart Parkplatz stehen und erkunden die Stadt zu Fuss. Da es auch
hier immer noch sau kalt ist, sind wir froh, haben die Torontoianer
unterirdische Gänge gebaut, die die Gebäude miteinander verbinden und in
welchen es schön warm ist. Nur ist die Navigation hier nicht immer ganz
einfach. Wir verlaufen uns andauernd und entschliessen uns dann doch lieber
oberirdisch die Stadt zu besichtigen.
City Hall in Toronto |
Unser nächster Halt heisst Kingston, der ersten Hauptstadt
Kanadas im 19. Jahrhundert. Hier werden wir über Nacht von ziemlich heftigem
Schneefall überrascht. Trotzdem wollen wir die Strecke bis nach Ottawa hinter
uns bringen. Nach nicht mal halber Strecke geraten wir mit dem Van ins
Schleudern und fahren direkt auf die Leitplanke. Uns passiert zum Glück nichts!
Der Van hatte nicht so viel Glück. Mit zwei Platten Reifen kommen wir nirgends
mehr hin. Wir rufen gleich die Notrufnummer an und melden unser Problem. Bis
wir von der Polizei abgeholt werden, warten wir im Auto. Ein ziemlich mulmiges
Gefühl, wenn die Autos trotz schlechter Sicht und Schnee auf der Strasse mit
100 km/h vorbei rasen. Der Polizist ist einigermassen schnell zur Stelle und
bringt uns ins nächste Dorf namens . (Kaff trifft es wohl mehr, aber dazu
später…)
Unser armer Campervan |
Während der Polizist unsere Stellungnahme aufnimmt, erhält
er einen Anruf. Auf der Gegenfahrbahn sind 30 (!) Autos und Lastwagen
kollidiert. Es hätte also noch viel schlimmer kommen können. Wir übernachten
aber erst mal in einem Hotel und versuchen über den Abschleppdienst heraus zu
finden wie es um unser Auto steht. Es stellt sich heraus, dass sie das Auto
wegen des Wetters noch nicht abholen können. Wir müssen wohl bis zum nächsten
Morgen warten bis es Neuigkeiten gibt.
Kurz vor Check-Out im Hotel rufen wir nochmals an um zu
erfahren, dass sie den Van nun abgeholt haben und das Auto am Nachmittag wohl
zur Weiterfahrt bereit steht. Sehr gut! Wir verbringen die Zeit mit Kaffee/Cola
trinken in einer Bäckerei. Als uns die Warterei langsam doch etwas zu blöd
wird, melden wir uns nochmals, nur um zu erfahren, dass der Motor ein Loch hat
und das Auto nicht mehr repariert wird. Wir sitzen also fest und zwar wirklich.
Hier gibt es weder ÖV noch eine Autovermietung, welche noch etwas verfügbar
hat. Ausserdem haben wir gefühlte 1000 Taschen dabei, was das Ganze auch nicht
einfacher macht von A nach B zu kommen. Ein Autofahrer hat zum Glück Mitleid
mit uns und bringt uns in die nächste grössere Stadt Brockville. Geduldig fährt
er uns von Hotel zu Hotel, bis wir eines finden, welches uns nicht gerade
ruiniert.
Auf jeden Fall sieht hier die Situation schon etwas anders
aus. Am Morgen versuchen wir als erstes die
200km bis nach Montréal per Anhalter bewältigen. Bei -15 Grad nicht ganz so
angenehm wie man sich das vielleicht vorstellen könnte. Nach einer Stunde
brechen wir die Aktion dann ab und kaufen uns ein Zug Ticket. In Montréal
schaffen wir es mit Müh und Not zum Haus von Louis Thomas, welchen wir bereits in
Alaska kennen gelernt haben. Hier machen wir es uns für ein paar Tage gemütlich
und hecken gemeinsam mit ihm aus, wie unsere Reise weitergehen könnte. Er
schlägt uns vor, ein paar Schneeschuhtouren zu machen, statt zurück an die
Küste der USA zu fahren, da es im Winter dort nicht so viel an Aktivitäten gibt.
Wir lassen uns schnell überzeugen und mieten uns ein neues Auto ab Montréal. Dieses
ist klein, aber dafür gut für die Winterverhältnisse ausgerüstet.
Wir versuchen unser Glück mit "stöppeln" |
Bevor wir zum Schneeschuhlaufen kommen, ist noch ein letztes
Mal Sightseeing angesagt. Und zwar in Québec City. Die Altstadt überrascht uns
ziemlich. Diese ist auf einem Hügel angesiedelt inkl. Burgmauern und Citadella.
Hier lohnt es sich wieder ein Mal etwas Zeit zu verbringen. Ausserdem findet
gerade der Carneval statt. Was Schneeskulpturen und Eisrutschbahnen mit
Fastnacht zu tun haben, begreifen wir aber doch nicht ganz. Egal, Spass macht
es trotzdem!
Das Château de Frontenac |
Unsere erste geplante Schneeschuhtour im Parc de la
Jaques-Cartier stellt sich dann eher als Wanderung heraus. Die Wege sind gut
ausgebaut und der Schnee ist so kompakt, dass es sich gut mit den Wanderschuhen
laufen lässt. Nur ist das Wetter leider nicht so toll und die Landschaft eher
solala. In unserer Herberge angekommen, fängt es auch wieder zu schneien an. Noch
von der letzten Fahrt im Schnee geprägt, bleiben wir lieber noch eine Nacht
länger und vertreiben uns die Zeit mit Schneeschuhlaufen im knietiefen Schnee.
Auch ganz lustig, nur ist das Aufstehen, wenn man mal hinfallen sollte, gar
nicht so einfach ;-)
Im Nationalpark de la Jacques-Cartier |
Wir fahren weiter nach Saguenay. Von hier aus
besuchen wir den Monts Valin National Park. Dieser ist bekannt für sein Vallée
de fantômes, also seine verschneiten Bäume. Um bis zum Ausgangspunkt zur
Wanderung zu kommen, müssen wir auf einen Bus umsteigen, welcher statt Räder
Raupen hat. Die Fahrt ist also wie angenommen ziemlich holprig. Es lohnt sich
aber trotzdem sehr. Je näher wir dem Ende der Wanderung kommen, desto
verschneiter sind die Bäume. Ein wundervoller Anblick!
Im Nationalpark Monts Valin |
Am letzten Tag bevor wir zurück nach Montréal müssen,
versuchen wir uns noch im Langlauf. Ganz schön anstrengend! Als es endlich mal
runter geht, wollen wir es beide so richtig sausen lassen, was dazu führt, dass
wir beide im Schnee landen. Aber lustig ist es trotzdem!
Première im Langlauf |
In Montréal bleiben wir noch 2 Tage bei Louis Thomas, welche
uns netterweise wieder seine Wohnung zur Verfügung stellt.
Die Zeit in Kanada geht schnell vorüber. Jetzt wo wir uns
etwas an das merkwürdige ;-) Französisch gewöhnt haben fällt uns der Abschied nicht
ganz leicht. Wir nehmen den Bus nach New
York, wo wir wohl noch das letzte Mal Sightseeing machen. Dann stellen wir uns
noch der grossen Herausforderung unsere siebzig Sachen zu packen und zurück in
die Schweiz fliegen.
Vielen Dank an all diejenigen, die uns während der Reise
unterstützt haben, nette Kommentare hinterlassen haben und sportlich unsere
neuen Einträge gelesen haben.
Wir werden noch einen letzten Artikel online stellen, also bleib noch dran ;-)
Wir werden noch einen letzten Artikel online stellen, also bleib noch dran ;-)
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